Symposium

Symposium des Dritten Raum Stuttgart e.V.

18. Juni 2026, Leonhardskirche Stuttgart – ein Studientag 
Über Dritte Orte und Dritte Räume
mit Vorträgen, Workshops und mehr!

Dieses Symposium wurde gemeinsam vom Verein Dritter Raum Stuttgart e.V. und dem ökumenischen Arbeitskreis Leonhardsvorstadt veranstaltet.
In Zusammenarbeit mit der IBA27 Stadtregion Stuttgart
Gefördert von der Lechler-Stiftung

Die Veranstaltung war kostenfrei und man konnte sich zur besseren Planung im Vorfeld online anmelden. 

 10:00 Uhr: Begrüßung – Einführung  

Grußworte: Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle; Heinz Gerstlauer, Lechler-Stiftung 

 10:15 Uhr Key‑Note Prof. Dr. Oliver Ibert
… über Dritte Orte und Dritte Räume

Prof. Dr. Oliver Ibert, Direktor am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, hat in seiner Keynote am 18. Juni zentrale Entwicklungen rund um sogenannte „Dritte Orte“ beleuchtet – Räume zwischen privat und öffentlich, die zunehmend an Bedeutung für urbane Gesellschaften gewinnen.

Im ersten Teil seines Vortrags führte Prof. Ibert in den Begriff des Dritten Ortes ein und zeigte, wie sich klassische Kategorien von Wohnort (erster Ort) und Arbeitsplatz (zweiter Ort) durch digitale Öffentlichkeit, hybride Nutzungen und privatwirtschaftliche Angebote verändern. Er erläuterte, warum viele zeitgenössische Räume – von Coworking-Spaces bis zu Creative Labs – weder eindeutig öffentlich noch privat sind, sondern teilöffentliche, organisierte Öffentlichkeiten, in denen sich soziale, kreative und ökonomische Dynamiken überlagern.

Der zweite Teil widmete sich empirischen Erkenntnissen aus Iberts Forschung in Städten wie Amsterdam, Berlin und Detroit. Im Fokus stehen die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer solcher offenen, kreativen Räume: soziale Beziehungen, konzentriertes Arbeiten, Zugang zu geteilten Ressourcen (z. B. Werkstätten, 3D-Drucker), fachliches Feedback sowie Möglichkeiten für sinnstiftende Projekte. 

Ibert beschreibt die Ambivalenz von Offenheit und Geschlossenheit dieser Orte und zeigt, wie Betreiber Zugangsregeln, Atmosphäre und räumliche Gestaltung balancieren, um Kreativität, Integration und Übergänge zwischen Lebensphasen zu ermöglichen.

Der Vortrag bot damit einen fundierten Einblick in die Transformation urbaner Räume, die Rolle von Dritten Orten für gesellschaftliche Teilhabe und Innovation sowie die Herausforderungen, die mit ihrer Gestaltung und Organisation verbunden sind.

11:00 Uhr Podiumsgespräch
Moderation: Andreas Krüger, Belius, Raumstrategien, Vorstandsvorsitzender der Belius Stiftung
Andreas Krüger ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Belius – Raumstrategien und Umsetzungsplanung. Sein Schwerpunkt liegt auf gemeinwohlorientierten Entwicklungsprozessen, insbesondere bei Mischnutzungsquartieren, kreativen Ökosystemen und sozialräumlichen Projekten.

Podium – im Fishbowl-Format

  1. Andreas Hofer, Intendant (IBA 27 Stuttgart)
  2. Dipl.-Ing. Sannah König, TIK‑NFL Makerspace und Medienproduktion
  3. Kyrill Hirner, Stattbau München
  4. Gregor Senne, integrative Wohnformen 
  5. Heinrich-Hermann Huth Verein Leonhardsvorstadt e.V. 
  6. Christine Göttler-Kienzle Verein Dritter Raum Stuttgart e.V.

 12:30 Uhr Mittagspause   

14:00–16:00 Uhr
Workshops an verschiedenen Orten im Quartier:

  1. Sannah König und Merve Yilmaz, Dipl.-Ing. Sannah König, Leitung Makerspace Universität Stuttgart; Merve Yilmaz, M.A., Begleitforschung Makerspace Universität Stuttgart „Dritte Orte aktiv gestalten“ (Bischof-Moser-Haus)
    In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden das Framework der Dritten Orte kennen – ein einfaches, aber wirkungsvolles Modell, um über die Gestaltung sozialer Räume strukturiert nachzudenken. Nach einer kurzen theoretischen Einführung reflektieren wir eigene Erfahrungen, erweitern Perspektiven und entwickeln konkrete Handlungsoptionen für die Praxis vor Ort.
     
  2. Kyrill Hirner, stattbau münchen
    Steuerung und Organisation von Beteiligungsverfahren mit unterschiedlichen Partnern 
    Bei stattbau münchen arbeitet Kyrill Hirner im Bereich Quartiersentwicklung und ist verantwortlich für die Koordination des Quartiersmanagements Neufreimann – einem der größten neuen Stadtentwicklungsgebiete Münchens. ER beschäftigt sich dort mit dem Aufbau und der Pflege von Nachbarschaftsstrukturen, der Vermittlung zwischen Bewohnerschaft, Verwaltung, Bauträgern und sozialen Trägern; der Moderation von Konflikten und Beteiligungsprozessen; Entwicklung sozialräumlicher Formate. Seine Arbeit verbindet ethnografische Analyse, sozialräumliche Planung, Beteiligungsprozesse, Governance- und Kommunikationskompetenz, praktische Umsetzung im Quartier.
     
  3. Stephanie Söll und Patrick Herzog:
    Das Stadtteilhaus als Dritter Ort 
     
  4. Pfarrerin Gabriele Ehrmann und Diakonin Doris Beck:
    Vesperkirche als Dritter Raum  
    Ist die Vesperkiche ein Modell für eine Kirche von morgen? Offen und niederschwellig in der Ansprache ist sie ein Begegnungsraum und Ort der Demokratie.
     
  5. Joachim Treiber, Heike Gerlach mit Tagestreff Olgastraße und Kombo:
    „Dritte Räume für Menschen am Rande“ 
     
  6. Andréas Hofstetter‑Straka, Carolin Lahode und Sascha Bauer (Stadtlücken):
    „Öffentlicher Raum als Dritter Ort“ 
     
  7. Prof. Dr. Ralf Ahlrichs mit Studierenden der Evangelische Hochschule Ludwigsburg:
    „Stadtteilrundgang zu dritten Orten im Bohnen‑ und Leonhardsviertel“ (Treffpunkt Leonhardsplatz). Prof. Ahlrichs forscht und lehrt derzeit besonders zu nonformalen Bildungsprozessen, Demokratiebildung und Partizipation in der Kinder- und Jugendarbeit. Diese Themen prägen auch seine Seminare und Projekte mit Studierenden. 
    Als Workshop bietet er einen diskursiven bzw. deliberativen Stadtteilrundgang zu Dritten Orten im Leonhards- und Bohnenviertel an. Besucht werden bereits existierende Orte an, v.a. im öffentlichen Raum, aber auch anhand bereits existierender Einrichtungen. Zu diskutieren und von allen Teilnehmenden gemeinsam zu erarbeiten ist, welche Lücken durch einen neuen Dritten Ort geschlossen werden könnten / müssen.
     
  8. Stuttgarter Jugendhausgesellschaft 
     
  9. Andreas Krüger, Belius Berlin 
    Warum dritte Räume? Eine Annäherung ans Machen: 
    Motivation, Eigenheiten, Eigenschaften, Struktur, Dramaturgie, rote Fäden, Erzählung & Kommunikation.
     

16:30 Uhr Moderierter Abschluss und Zusammenfassung in der Leonhardskirche

 



Vielen Dank für Ihr großes Interesse!

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern herzlich für die rege Teilnahme und das große Interesse am Studientag über „Über Dritte Orte und Dritte Räume“ am 18. Juni 2026. Die vielen Gespräche, Impulse und Begegnungen haben gezeigt, wie stark das Thema in Stuttgart bewegt und wie viel Energie in der Stadtgesellschaft steckt.

Wir bereiten derzeit die Dokumentation der Vorträge und Workshops vor. Weitere Informationen folgen in Kürze hier auf der Website.

 

 

©Dritter Raum Stuttgart e.V.
© Leonhardsgemeinde (Bildrechte)
Alle Rechte vorbehalten.

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